Jedes Jahr stellt die Weltbank den Doing-Business-Report zusammen. Der Bericht vergleicht weltweit die gesetzlichen Rahmenbedingungen und ihre Umsetzung für kleine und mittleren Unternehmen. Wir geben Ihnen einen Überblick zu Südosteuropa und bewerten.

Ranking Südosteuropa 2011

(mit den Links zur jeweiligen Doing-Business-Länderseite der Weltbank und dem Gesamtranking in Klammern)

  1. Mazedonien(38)
  2. Montenegro (66)
  3. Albanien(82)
  4. Kroatien(84)
  5. Serbien(89)
  6. Bosnien (110)
  7. Kosovo (119)

 

Los geht’s: Starting a Business

Aller Anfang ist leicht. Jedenfalls in Mazedonien. In nur drei Tagen ist ein Unternehmen gegründet und arbeitsfähig. Ganz anders im Nachbarland Kosovo: Dort muss man sich zwei Monate Zeit nehmen, bevor die eigentliche Arbeit beginnen kann und das Unternehmen registriert ist. Ähnlich schlecht ist die Lage in Bosnien-Herzegowina.

 

Registrierung von Eigentum

Der nächste Schritt, der Erwerb von Grund und Boden ist zu bewältigen, jedenfalls deutlich leichter als in unserem Referenzland Luxemburg. Ein mittleres Ranking von 91 zeigt an, dass aber hier Geduld nötig ist.

 

Regionale Schwäche: Baugenehmigungen

Wer anschließend bauen möchte, muss sich in allen Ländern Südosteuropas viel Zeit nehmen. Zehn Monate dauert es im Schnitt, bis alle Papiere zusammen sind und die Bewilligung vorliegt. Ein durchschnittlicher Rang von 155 von 183 untersuchten Ländern ist ein deutlicher Warnhinweis. Dass die Zeit bisweilen für Bestechung genutzt wird, versteht sich.

 

Kredit: kein Problem

Deutlich leichter ist es, Kredite für die eigene Firma zu erhalten, vor allem in Albanien. Luxemburg findet sich in dieser Hinsicht weit abgeschlagen auf Platz 116.

 

Investorenschutz

Auch hier toppt Albanien die Nachbarn (15). Im Kosovo, einem der weltweiten Schlusslichter, darf man sich als Minderheitsaktionär nicht viel Hoffnung machen, wenn der CEO in die eigene Tasche wirtschaftet. Erstaunlich: Auch Luxemburg (120) hat hier nicht viel zu bieten.

 

Verträge durchsetzen

Wer dann vor Gericht zieht, sollte sich das im Kosovo vorher gründlich überlegen – und auf eine Entscheidung frühestens im nächsten Jahr hoffen. Kroatien ist hier top (47). Bloß: gab es nicht kürzlich noch den Vorschlag, die kroatischen Handelsgerichte wegen der überbordenden Korruption komplett zu schließen und den Amtsgerichten zuzuschlagen?

 

Schluss machen

…ist dann im Kosovo am einfachsten. Ein schwacher Trost für das Land, das regional die rote Laterne hochhält. Anders in Albanien (183). Dort werden Unternehmen schlichtweg nicht auf normalem Wege geschlossen – die Weltbank meldet “no practice”. Oder ist das ein gutes Zeichen, weil es keinen Bedarf gibt?

 

Die Zahlen im Überblick

(Quelle: Weltbank)

Ease of Doing Business Rank Starting a Business Dealing with Construction Permits Registering Property Getting Credit Protecting Investors Paying Taxes Trading Across Borders Enforcing Contracts Closing a Business
Albania 82 45 170 72 15 15 149 75 89 183
Bosnia and Herzegovina 110 160 139 103 65 93 127 71 124 73
Croatia 84 56 132 110 65 132 42 98 47 89
Kosovo 119 163 173 65 32 173 41 130 155 31
Luxembourg 45 77 42 129 116 120 15 32 1 45
Macedonia, FYR 38 5 136 69 46 20 33 66 65 116
Montenegro 66 51 161 116 32 28 139 34 135 47
Serbia 89 83 176 100 15 74 138 74 94 86

 

Bewertung

Für einzelne Investitionsentscheidungen haben die Weltbank-Zahlen nur eine begrenzte Aussagekraft. Sie zeigen Defizite an, die im Rahmen von Reformprozessen etwa bei Genehmigungsverfahren politisch und verwaltungstechnisch angegangen werden können. Dennoch geben sie wichtige Hinweise auf mögliche Komplikationen und den zeitlichen Horizont, der bei Investitionsvorhaben berücksichtigt werden muss.

Ein gutes Beratungsteam ist in jedem Fall zu empfehlen:
Borovac-Knabe und Partner.

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