Trennungen sind nicht schön. Ein Heilmittel gegen den Trennungsschmerz findet sich in der kroatischen Hauptstadt Zagreb: Das Museum of Broken Relationships

 
 
 
Anfänglich als Wanderausstellung geplant, befindet sich das Museum of Broken Relationships mittlerweile in der Zagreber Oberstadt. Das Konzept, entwickelt von Olinka Vištica und Dražen Grubišić, ist so einfach wie heilend: Jeder, der sich trennt, hat irgendeine Erinnerung. Die meisten Sich-Trennenden besitzen irgendwelche Erinnerungsstücke. Sei es ein Foto, der erste geschenkte Ring aus dem Kaugummiautomaten (“Weil es so romantisch war in der lauen Sommernacht und sie mir das Gefühl gab wieder 15 zu sein.”), das Hochzeitskleid oder auch ein Gartenzwerg (“…der mich noch heute an seine Spießigkeit erinnert. Aber ich habe ihn doch so geliebt obwohl wir so verschieden waren.”) – All das und noch viele andere, zum Teil verwundernde (so etwa eine Beinprothese), Sammelstücke sind im Museum of Broken Relationships zu finden. Was noch nicht zu finden ist, darf eingeschickt werden. Unter www.brokenships.com kann jeder über ein Formular sein Exponat anmelden, kurz seine Leidens- und Liebesgeschichte dazuschreiben und mit ein wenig Glück – und Platz – schafft es die Erinnerung in das Museum.

Parallel besteht die Wanderausstellung noch immer: Bisher tourte das Museum durch die USA, Asien, Europa und den afrikanischen Kontinent – kurzum: die Ausstellung war schon weltweit präsent. Und überall dort wo die Ausstellung Halt machte, nahm sie auch ein neues Exponat mit auf ihre Reise. Berlin wurde 2008 mit dieser einzigartigen Ausstellung beehrt. Doch auch bei der Auswahl der Ausstellungsorte gilt: Mitmachen erwünscht. Mit dem nötigen Kleingeld kann die Ausstellung von Kuratoren gebucht werden.

Geöffnet hat das Museum das ganze Jahr. Während des Sommers von 9 bis 22:30 Uhr und während der Wintermonate von 9 bis 21 Uhr. Auch der Eintrittspreis von umgerechnet etwa 3€ erscheint angemessen. Ein Besuch lohnt sich definitiv. Sie werden in jedem Fall tolle, romantische, tragische, aber auch verworrene Geschichten zu Augen und Ohren bekommen, die sie im museumseigenen Café mit Ihrer Begleitung besprechen können – Oder zuvor auch gern unter unserer Kommentarfunktion.

Übrigens: Herzlichen Glückwunsch an das Museum of Broken Relationships für den im Mai 2011 gewonnenen Kenneth Hudson Award!

Anika Schachtschneider


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