<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Balkanwegweiser</title>
	<atom:link href="http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://borovac-knabe.de/blog</link>
	<description>Ein Wegweiser durch Südosteuropa</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 Apr 2010 09:40:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Die Wirtschaftswoche in Südosteuropa: Ex-Minister in Haft</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=209</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=209#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 09:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bosnien-Herzegowina]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatien]]></category>
		<category><![CDATA[Mazedonien]]></category>
		<category><![CDATA[Montenegro]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=209</guid>
		<description><![CDATA[In dieser Woche verschwand ein wichtiger Akteur bis auf weiteres von der Bühne. Der zur Jahresbeginn unter Korruptionsvorwürfen zurückgetretene kroatische Wirtschaftsminister und Vizepremier Damir Polančec wurde von den kroatischen Behörden wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in die Podravka-Affäre festgenommen. Nichts zu lachen hatte auch die montenegrinische Regierung. Die Schulden Montenegros stiegen einem Bericht des Nachrichtenportals Analitika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/228px-damir_polancec_wp-roberta-f-cc30.jpg' title='Damir Polančec - (c) RobertaF. CC3.0'><img align="left" src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/228px-damir_polancec_wp-roberta-f-cc30.jpg' alt='Damir Polančec - (c) RobertaF. CC3.0' /></a>In dieser Woche verschwand ein wichtiger Akteur bis auf weiteres von der Bühne. Der zur Jahresbeginn unter Korruptionsvorwürfen zurückgetretene kroatische Wirtschaftsminister und Vizepremier Damir Polančec wurde von den kroatischen Behörden wegen seiner mutmaßlichen <strong><a href="http://www.seebiz.eu/hr/tvrtke/industrija/uskok-polancec-pomagao-upravi-u-preuzimanju-podravke,72752.html">Verwicklung in die Podravka-Affäre</a></strong> festgenommen. Nichts zu lachen hatte auch die montenegrinische Regierung. Die <strong><a href="http://www.portalanalitika.me/ekonomija/finansije-berza/4194-svaki-stanovnik-duguje-po-1838-eura.html">Schulden Montenegros</a></strong> stiegen einem Bericht des Nachrichtenportals Analitika zufolge auf 1,1 Mrd. EUR oder 1800 EUR pro Kopf bzw. 23,3% des BIP. Dies ist aber immer noch deutlich weniger als die 5.000 pro Einwohner im benachbarten Kroatien. Die montenegrinische Regierung blieb außerdem auf dem zum Verkauf angebotenen 54%-Anteil des <strong><a href="http://www.poslovni.hr/144315.aspx">Hafens Bar</a></strong> sitzen.<br /><small>Damir Polančec (c) RobertaF.</small><br />Der bosniakisch-kroatischen Föderation könnte mehr Erfolg beschieden sein: Immerhin ein Angebot ging für die <strong><a href="http://www.nezavisne.com/ekonomija/vijesti/57174/Nijemci-zele-Fabriku-duhana-Mostar.html">Tabakfabrik Mostar</a></strong> ein, angeblich von einem deutschen Unternehmen mit dem Namen Beaty Case. Gute Nachrichten auf für Autofahrer in der Vojvodina: Für den Ausbau der Autobahn <strong><a href="http://seebiz.eu/hr/tvrtke/infrastruktura/koridor-10-nibens-dao-najbolju-ponudu%2c-hidroelektra-odustala,73411.html">E-75 Horgoš-Novi Sad</a></strong> auf dem europäischen Korridor X wurde ein Konsortium unter Leitung der serbischen PZP Beograd ausgewählt. Nicht vorwärts kommt dagegen der <strong><a href="http://feeds.wirtschaftsblatt.at/c/32352/f/443215/s/9dfb47f/l/0L0Swirtschaftsblatt0Bat0Chome0Cinternational0Costeuropa0C4153240Cindex0Bdo0Dfrom0Frss/story01.htm"></a></strong> Rechtsstreit der österreichischen EVN um Altschulden in Millionenhöhe in Mazedonien.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=209</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kroatisch lernen für den Urlaub – Sprachkurs in Berlin</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=207</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=207#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 16:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kroatien]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatisch Serbisch Bosnisch]]></category>
		<category><![CDATA[Reklame]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=207</guid>
		<description><![CDATA[Foto: Wikimedia &#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Sind Sie im Sommer an der kroatischen Adriaküste, in Dubrovnik, Split oder Zadar? Oder im Hinterland von Istrien? Und möchten sich mit einfachen Redewendungen im Land verständigen können?&#160;&#160;&#160; Dann lassen Sie Ihren Kroatienurlaub bei uns beginnen: Sie lernen kroatische Grußformeln, die Bestellung im Restaurant, das Gespräch an der Tankstelle &#8211; und natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/800px-bucht_lucice-wp-gnu12.JPG' alt='Kroatisch für den Urlaub - Küste bei Brač' /><br /><small>Foto: Wikimedia</small><br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />
Sind Sie im Sommer an der kroatischen Adriaküste, in Dubrovnik, Split oder Zadar? Oder im Hinterland von Istrien? Und möchten sich mit einfachen Redewendungen im Land verständigen können?<br />&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />
Dann lassen Sie Ihren Kroatienurlaub bei uns beginnen: <span id="more-207"></span>Sie lernen kroatische Grußformeln, die Bestellung im Restaurant, das Gespräch an der Tankstelle &#8211;  und natürlich die Aussprache des Kroatischen. In einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten verlieren Sie die Scheu zu sprechen und erfahren nebenbei noch Wissenswertes über Land und Leute. Eine erfahrene Sprachlehrerin begleitet Sie durch den Kurs.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />
<strong>Teilnehmerfeedback:</strong><br />
&#8220;ein Kurs, bei dem es einiges zu Lachen gab und das mittlerweile seine Praxistauglichkeit beweisen konnte.&#8221;<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />
<strong>Kurs Kroatisch für den Urlaub</strong> &#8211; in Berlin<br />
12 Unterrichtsstunden an 6 Terminen vom 6. Mai<br />
bis 10. Juni, jeweils donnerstags von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr<br />
<strong>Preis:</strong> 160 EUR inklusive Unterrichtsmaterial und Mehrwertsteuer<br />
Mindestteilnehmerzahl 5 Personen<br />
<strong>Ort:</strong> Borovac-Knabe und Partner, Kopenhagener Str. 57 (nähe Ring Gesundbrunnen und Schönhauser Allee)<br />
<strong>Anmeldung:</strong> (030) 47377597 oder <a href="mailto:kroatischlernen@borovac-knabe.de">kroatischlernen@borovac-knabe.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=207</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sprachratgeber</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=206</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=206#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 14:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[JEZIK]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatisch Serbisch Bosnisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=206</guid>
		<description><![CDATA[Für alle sprachinteressierten Blogleser empfehlen wir heute diese interessante und nützliche Internetseite: Der Jezični savjetnik erklärt kroatische Sprachphänomäne und Grammatikpunkte in der Landessprache (die aber für das Serbische und Bosnische weitestgehend auch gelten). Wer also schon immer mal etwas über die korrekte Schreibweise des Trg kralja Tomislava oder die ungarischen Lehnwörter in unserem südslawischen Sprachgebiet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle sprachinteressierten Blogleser empfehlen wir heute diese interessante und nützliche Internetseite: Der <i>Jezični savjetnik</i> erklärt kroatische Sprachphänomäne und Grammatikpunkte in der Landessprache (die aber für das Serbische und Bosnische weitestgehend auch gelten). Wer also schon immer mal etwas über die korrekte Schreibweise des <i>Trg kralja Tomislava</i> oder die ungarischen Lehnwörter in unserem südslawischen Sprachgebiet erfahren wollte, ist dort an der richtigen Adresse. </p>
<p>Und hier geht&#8217;s nun endlich zum <a href=http://jezicnisavjetnik.mojblog.hr/>Jezični savjetnik</a>.</p>
<p>Viel Spaß beim Entdecken!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=206</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Svakidašnja jadikovka &#8211; Tin Ujević</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=200</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=200#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 15:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kroatien]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatisch Serbisch Bosnisch]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur und Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=200</guid>
		<description><![CDATA[Heute können Sie ein Gedicht des kroatischen Dichters Tin Ujević entdecken. Die beigefügte Vertonung des Textes erleichtert es Ihnen, sich an den Klang der Sprache zu gewöhnen und es eindrucksvoll auf Sie wirken zu lassen. Das Gedicht passt zur momentanen Passionszeit (korizma oder četrdesetnica), da Parallelen zum Leiden Christi thematisiert werden. Foto: Wikimedia &#160;&#160;&#160; &#160;&#160;&#160; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/tin_ujevic.jpg' title='tin_ujevic.jpg'><img class="alignleft" src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/tin_ujevic.thumbnail.jpg' alt='tin_ujevic.jpg' /></a>Heute können Sie ein Gedicht des kroatischen Dichters Tin Ujević entdecken. Die beigefügte Vertonung des Textes erleichtert es Ihnen, sich an den Klang der Sprache zu gewöhnen und es eindrucksvoll auf Sie wirken zu lassen. </p>
<p>Das Gedicht passt zur momentanen Passionszeit (<i>korizma</i> oder <i>četrdesetnica</i>), da Parallelen zum Leiden Christi thematisiert werden. </p>
<p><small>Foto: Wikimedia</small><br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p><strong>Svakidašnja jadikovka</strong></p>
<p>Kako je teško biti slab,<br />
Kako je teško biti sam,<br />
I biti star, a biti mlad!</p>
<p><span id="more-200"></span></p>
<p>I biti slab, i nemoćan,<br />
I sam bez igdje ikoga,<br />
I nemiran, i očajan.</p>
<p>I gaziti po cestama,<br />
I biti gažen u blatu,<br />
Bez sjaja zvijezde na nebu.</p>
<p>Bez sjaja zvijezde udesa,<br />
Što sijaše nad kolijevkom,<br />
Sa dugama i varkama.</p>
<p>O Bože, Bože, sjeti se<br />
Svih obećanja blistavih,<br />
Što si ih meni zadao.</p>
<p>O Bože, Bože, sjeti se<br />
I ljubavi, i pobjede,<br />
i lovora, i darova.</p>
<p>I znaj da Sin tvoj putuje<br />
Dolinom svijeta turobnom<br />
Po trnju i po kamenju,</p>
<p>od nemila do nedraga,<br />
i noge su mu krvave,<br />
i srce mu je ranjeno.</p>
<p>I kosti su mu umorne,<br />
i duša mu je žalosna,<br />
i on je sam i zapušten.</p>
<p>I nema sestre ni brata,<br />
i nema oca ni majke,<br />
i nema drage ni druga.</p>
<p>I nema nigdje nikoga<br />
Do igle drača u srcu<br />
I plamena na rukama.</p>
<p>I sam i samcat putuje<br />
Pod zatvorenom plaveti,<br />
pred zamračenom pučinom,</p>
<p>i komu da se potuži?<br />
Ta njega niko ne sluša,<br />
ni braća koja lutaju.</p>
<p>O, Bože, žeže tvoja riječ<br />
I tijesno joj je u grlu,<br />
i željna je da zavapi.</p>
<p>Ta besjeda je lomača<br />
I dužan sam je viknuti,<br />
ili ću glavnjom planuti.</p>
<p>Pa nek sam krijes na brdima,<br />
pa nek sam dah u plamenu,<br />
kad nisam krik sa krovova!</p>
<p>O Bože, tek da dovrši<br />
Pečalno ovo lutanje<br />
Pod svodom koji ne čuje.</p>
<p>Jer meni treba moćna riječ,<br />
jer meni treba odgovor,<br />
i ljubav, ili sveta smrt.</p>
<p>Gorak je vijenac pelina,<br />
mračan je kalež otrova,<br />
ja vapim žarki ilinštak.</p>
<p>Jer mi je mučno biti slab,<br />
jer mi je mučno biti sam<br />
(kada bih mogo biti jak,</p>
<p>kada bih mogo biti drag)<br />
no mučno je, najmučnije<br />
biti već star, a tako mlad!</p>
<p><small>očajan &#8211; verzweifelt<br />
gaziti &#8211; treten (Passiv: gažen)<br />
blato (n) &#8211; Schlamm<br />
udes (m) &#8211; Unfall (<i>arch.</i> Schicksal)<br />
sijaše &#8211; Imperfekt 3. Person Singular von sijati (scheinen)<br />
kolijevka (f) &#8211; Wiege<br />
duga (f) &#8211; Regenbogen<br />
varka (f) &#8211; Täuschung<br />
dolina (f) &#8211; Tal<br />
trnje (n, Pluralia tantum) &#8211; Dornen<br />
ranjen &#8211; verwundet<br />
kost (f) &#8211; Knochen<br />
sam samcat &#8211; mutterseelenallein<br />
lomača (f) &#8211; Scheiterhaufen<br />
krijes (m) &#8211; Freudenfeuer<br />
krik (m) &#8211; Schrei<br />
svod (m) &#8211; Bogen (<i>poet.</i> Himmel)<br />
vijenac (m) &#8211; Kranz<br />
kalež (m) &#8211; Kelch</p>
<p></small><br />
<strong>Tin Ujević</strong><br />
(05.07.1891, Vrgorac – 12.11.1955, Zagreb) </p>
<p>Tin Ujević ist ein bekannter Vertreter aus der Zeit der kroatischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. </p>
<p>Nachdem er in einer Kleinstadt im Hinterland von Dalmatien geboren wurde, verbrachte er sein Leben in den unruhigen Zeiten der beiden Weltkriege in Split, Paris, Belgrad, Sarajevo und Zagreb, wo er letztlich bis zu seinem Tod verblieb. </p>
<p>Neben Gedichten verfasste er auch Polemiken, Feuilletons, wissenschaftliche Abhandlungen, politische Prosatexte und Essays, die immer auch eng mit seinen lyrischen Werken verknüpft waren. </p>
<p>Das Gedicht „Svakidašnja jadikovka“ passt sehr gut zur momentanen Passionszeit (<i>korizma</i> oder <i>četrdesetnica</i>), da Parallelen zum Leiden Christi thematisiert werden. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=200</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bomec: Stigao sam!</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=197</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=197#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 10:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Expats]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=197</guid>
		<description><![CDATA[Stimmen aus der Fremde &#8211; Expats berichten aus Südosteuropa Momentaufnahme Dienstag, 16.15 Uhr: Auf dem Beckenrand des Brunnens vor dem Hotel Moskva sitzen vier nackte, tropfnasse Jungen. Offensichtlich sind es Roma-Kinder, dunkelhäutig und mager und mit wilden, schwarzen Haaren. Immer wieder sieht man in Belgrad Zigeunerkinder, die tagsüber auf der Suche nach Verwertbarem die Müllcontainer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stimmen aus der Fremde &#8211;<br />
Expats berichten aus Südosteuropa</h3>
<p><strong></p>
<p>Momentaufnahme</strong></p>
<p>Dienstag, 16.15 Uhr: Auf dem <a href="http://www.beograd.rs/cms/view.php?id=303179">Beckenrand des Brunnens vor dem Hotel Moskva</a> sitzen vier nackte, tropfnasse Jungen. Offensichtlich sind es Roma-Kinder, dunkelhäutig und mager und mit wilden, schwarzen Haaren. Immer wieder sieht man in Belgrad Zigeunerkinder, die tagsüber auf der Suche nach Verwertbarem die Müllcontainer der Innenstadt durchsuchen. Abends kehren sie in die Flüchtlings-Siedlung am Save-Ufer zurück. </p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/p3020137.jpg' title='p3020137.jpg'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/p3020137.jpg' alt='p3020137.jpg' /></a><br />
<small>Terazijska česma / Terazije-Brunnen vor dem Hotel Moskva; Foto: Dušica Ristić</small><br />
<span id="more-197"></span></p>
<p>Die vier Jungen sind wohl zwischen acht und zwölf Jahre alt. Sie haben Kleidung und Schuhe mitten auf den Bürgersteig der Haupverkehrsstraße fallen lassen, um im Brunnen zu baden. Jetzt sitzen sie in der Sonne und lassen sich trocknen, nackt und ungeniert und vollkommen autonom. Sie sind mit sich selbst beschäftigt, lachen und plappern, zupfen an ihren Genitalien und nehmen gar keine Notiz von den gut gekleideten Belgradern, die an diesem Dienstag auf den Bürgersteigen der Innenstadt flanieren. Und auch die Passanten ignorieren die vier Jungen. Sie drehen ihre schicken Sonnenbrillen in eine andere Richtung und versuchen, nicht auf die schmutzige Kleidung zu treten, die über dem Trottoir verteilt liegt. Es wirkt, als seien die Roma-Kinder und die übrigen Belgrader füreinander unsichtbar. Zwei nicht verwandte Arten, die im gleichen Biotop nur koexistieren können, indem sie sich gegenseitig ignorieren. </p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/roma-usce.jpg' title='roma-usce.jpg'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/roma-usce.jpg' alt='roma-usce.jpg' /></a><br />
<small>Die ehemalige Roma-Siedlung in Ušće, Belgrad</small></p>
<p>Auf einmal fahren immer weniger Autos auf der Terazije, der Verkehrslärm auf der sechsspurigen Strasse ebbt ab, Polizisten sperren die Kreuzungen. Eine Prozession kommt die Straße hinauf. Es sind wohl einige hundert Menschen. Sie tragen Plakate mit dem Portrait von Radovan Karadžić, haben sich in serbische Fahnen gewickelt. Ein mit Lautsprechern bepackter Kleinwagen beschallt die Prozession mit melancholischer, pathetischer Balkanfolklore. &#8216;СРБИН&#8217; steht auf den Plakaten, auf T-Shirts und Fahnen: Serbe. Seit der Verhaftung von Karadžić findet täglich ein solcher Trauermarsch in Belgrad statt. Sie demonstrieren gegen die Verhaftung des Kriegsverbrechers, gegen seine Auslieferung ans Haager Tribunal, gegen den &#8216;Verrat&#8217;, den die Regierung damit an einem Mann geübt hat, der in großen Teilen der Bevölkerung bis heute als Held verehrt und gefeiert wird. Als die Prozession am Hotel Moskva vorüber zieht, stehen um mich herum im Café viele Gäste auf und applaudieren. Nur die vier Roma-Jungen haben sich umgedreht. Sie hocken immer noch am Brunnenrand in der Sonne und zeigen den Demonstranten vier nackte, magere und tropfende Hintern.</p>
<p>Geschrieben am 12.08.2008</p>
<p><b>Lesen Sie weitere Artikel von Bomec:</b> <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=178">Das Handke-Syndrom I</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=180">Das Handke-Syndrom II</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=194">Hotel Moskva</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=197</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kroatischkurs für Anfänger in Berlin</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=196</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=196#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 11:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kroatisch Serbisch Bosnisch]]></category>
		<category><![CDATA[Reklame]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=196</guid>
		<description><![CDATA[Ab dem 28. April findet unser neuer Kroatischkurs für Anfänger statt. Mit unserer muttersprachlichen Sprachlehrerin werden Sie drei Monate lang in einer Kleingruppe von 3 bis 6 Personen die Grundzüge der kroatischen Sprache erlernen. Den im Unterricht erlernten Stoff können Sie zuhause eigenständig wiederholen, vertiefen und erweitern. Wir arbeiten mit dem Lehrbuch Učimo hrvatski, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab dem 28. April findet unser neuer <strong>Kroatischkurs für Anfänger</strong> statt. Mit unserer muttersprachlichen Sprachlehrerin werden Sie drei Monate lang in einer Kleingruppe von 3 bis 6 Personen die Grundzüge der kroatischen Sprache erlernen. Den im Unterricht erlernten Stoff können Sie zuhause eigenständig wiederholen, vertiefen und erweitern. Wir arbeiten mit dem Lehrbuch <i>Učimo hrvatski</i>, das im Kurspreis von 220 EUR bereits enthalten ist. Der Treffpunkt ist jeden Mittwoch von 19.00 bis 20.30 Uhr in der Kopenhagener Str. 57, 10437 Berlin. <strong>Wir freuen uns auf Sie!</strong><br />
<small>&#8220;&#8230;ein professionelles Sprachtraining<br />
bei dem es einiges zu Lachen gab und das mittlerweile<br />
seine Praxistauglichkeit beweisen konnte&#8230;&#8221;</small></p>
<p><strong>Details und Anmeldung <a href="http://borovac-knabe.de/pageID_5047371.html">zum Kroatisch-Sprachkurs hier</a>.<br /></strong> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=196</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bomec: Stigao sam!</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=194</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=194#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 16:41:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Expats]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=194</guid>
		<description><![CDATA[Stimmen aus der Fremde &#8211; Expats berichten aus Südosteuropa Hotel Moskva Der Boden der Halle ist mit blassrosafarbenem, die Wände mit dunkelrotem Marmor getäfelt. Deckenhohe Rauchglasspiegel an den Stirnseiten des Saals verlängern die monumentalen Dimensionen des Cafés zu beiden Seiten und strecken die Ostblockleere dazwischen ins Unendliche. Vier triebwerkgroße, ruppige Eisenlüster hängen an armdicken Ketten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3> Stimmen aus der Fremde &#8211;<br />
Expats berichten aus Südosteuropa</h3>
<p><strong></p>
<p>Hotel Moskva</strong></p>
<p>Der Boden der Halle ist mit blassrosafarbenem, die Wände mit dunkelrotem Marmor getäfelt. Deckenhohe Rauchglasspiegel an den Stirnseiten des Saals verlängern die monumentalen Dimensionen des Cafés zu beiden Seiten und strecken die Ostblockleere dazwischen ins Unendliche. Vier triebwerkgroße, ruppige Eisenlüster hängen an armdicken Ketten aus goldbeschlagenen Kuppeln von der Decke, strahlen mit unzähligen Glühbirnen und tauchen den Saal in ein gelbrotes Licht, das strahlend hell ist und gleichzeitig seltsam düster wirkt. Eine Armee von rotsamtenen Drehsesseln belagert in Viererformationen die polierten, schwarzroten Granitplatten der Bistrotische, in deren glänzende Messingsockel in kyrillischer Schrift der Name des Hauses eingraviert ist: “Hotel Moskva Beograd”.</p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/p3020136.jpg' title='p3020136.jpg'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/p3020136.jpg' alt='p3020136.jpg' /></a><br />
<small>Hotel Moskva im März 2010; Foto: Dušica Ristić</small></p>
<p><span id="more-194"></span></p>
<p>Der Kellner heißt Aleksandar, jedenfalls glaube ich, das aus den kyrillischen Buchstaben auf seinem Namensschild entziffern zu können. Er trägt goldene Manschettenknöpfe zum weißen Hemd, schwarze Krawatte und schwarze Weste, spricht kein Englisch und lächelt milde, als ich in rudimentärem Serbisch “jedan kafe za mleko i jedan Moskva šnite” bestelle. Der Kuchen wird auf einem Silbertablett serviert und schmeckt köstlich. Laura Pausini schmachtet aus den Lautsprechern. Auf dem Boulevard gegenüber des Hotels, vor der Parteizentrale der Demokratischen Partei, parken drei Mannschaftswagen der serbischen Polizei. Mir schien das &#8220;Hotel Moskau&#8221; ein strategisch günstiger Ort, um diesen besonderen Nachmittag in Belgrad zu verbringen. </p>
<p>Zum Sonntagsfrühstück gab es heute Nescafé, serbische Salami auf Graubrot, die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo live bei BBC und einen verschlafenen Marko, der in Unterwäsche tobend vor dem Fernseher stand, Thaci einen “Verbrecher” schimpfte und mir zur Rechtfertigung seiner Wut brüllend eine Zusammenfassung der kriminellen Laufbahn des neuen Präsidenten des Kosovo lieferte. Wie immer, wenn Markos Sicht der Dinge mir allzu subjektiv erscheint, verzog ich mich an den Computer und konsultierte Wikipedia, um mir ein weniger emotionales Bild über den Werdegang dieses graumelierten Herrn mit gut geschnittenem Gesicht zu machen, der im Parlament von Pristina gerade einen neuen Staat ausrief und von Demokratie, Menschenrechten, gegenseitiger Toleranz und dem Schutz von Minderheiten redete. Auch bei Wikipedia liest sich das Curiculum Vitae von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thaci">Herrn Thaci</a> nicht gerade wie das eines Mannes, dem man ohne zu zögern zutrauen möchte, dass er den frisch abgenabelten Kosovo nur aus demokratischer Überzeugung und ohne jedes Eigeninteresse in die Zukunft zu führen gedenkt. “Du glaubst fucking Wikipedia mehr als mir”, zeterte Marko und rauschte alsbald ab zu seinen Eltern, um mit ihnen Mittag zu essen und die Ereignisse des Tages am Fernsehen zu verfolgen.</p>
<p>Die Dreckwäsche der Vergangenheit scheint in der jeweils eigenen Waschküche der Balkanstaaten schneller rein gewaschen zu werden als anderswo. Dass ein Mann, der als Kommandeur der UCK in zahllose “terroristische Gewalttaten” verstrickt war und der wiederholt wegen “organisierter Kriminalität” angeklagt war, nun plötzlich als der Präsident eines neuen Staates im Parlament steht, finde ich schon etwas fragwürdig. Aber auf allen Seiten haben bedeutende und beliebte Persönlichkeiten Dreck am Stecken. Gestern Nacht tanzte die schwule Community Belgrads im Club “VIP” begeistert zur Musik von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Svetlana_Raznatovic">Ceca</a>, einer Turbo-Folk Sängerin, die von Serben stolz als die “Madonna des Balkans” bezeichnet wird. Dass die Sängerin mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeljko_Raznatovic">Željko Ražnatović</a> verheiratet war, der als “Arkan” internationale Berühmtheit erreichte, weil er mit seiner Privatarmee, rekrutiert aus Hooligans des “Red-Star” Fussballclubs, für die übelsten ethnischen Säuberungen und Massenmorde im Bosnienkrieg verantwortlich war, störte die serbischen Schwulen gestern nicht im mindesten. Hat irgendwie wahrscheinlich auch noch nie jemanden gestört. Ist ja auch nur Musik, oder? Alle schauen nur auf die andere Seite des Zauns, wenn es darum geht, wer Dreck am Stecken hat. Ich habe unzählige Diskussionen mit Marko zu diesem Thema gehabt. Es fällt mir schwer, mir eine eigene Meinung zu bilden. </p>
<p>Auf dem Boulevard vor den deckenhohen Fenstern des Hotel Moskau ist es inzwischen dunkel geworden. Die breite Strasse ist für die Uhrzeit ungewöhnlich leer. Eine bedrohliche Ruhe. Plötzlich geht alles ganz schnell: Eine Gruppe junger Männer rennt brüllend die Strasse herunter, fünfzig, vielleicht hundert Personen. Polizeiwagen rasen vorbei. Im gleichen Moment ruft Marko an. “Komm schnell, ich parke gegenüber vor dem McDonalds, wir müssen nach hause”. Er klingt nervös. Ich bestelle die Rechnung, packe das Laptop ein. Aleksandar verrechnet sich zwei Mal, als er mich abkassiert, er sieht auf die Strasse, wo immer mehr wütende Menschen zusammenlaufen, seine Manschettenknöpfe zittern. Ich muss über die Strasse durch die Menge. “Fuck USA, fuck Europe” brüllen die Leute. Schnell zu Marko ins Auto, losfahren, Heim, nur Heim. </p>
<p>Als wir in der Wohnung ankommen, schalten wir den Fernseher an, zappen durch die Programme. Auf B92 sieht man brennende Müllcontainer auf dem Boulevard vor dem Hotel Moskau, das Mc Donalds Restaurant, an dem Marko mich vor einer halben Stunde abgeholt hat, ist in der Zwischenzeit von randalierenden Jugendlichen verwüstet worden, eine aufgebrachte Menschenmenge protestiert vor der amerikanischen Botschaft, vermummte Hooligans werfen Steine und Feuerwerkskörper, Polizeitruppen mit Helmen, Schutzschildern und Schlagstöcken halten dagegen, bengalisches Feuer taucht die Szene in rotes, flackerndes Licht; bei BBC sieht es so aus, als stehe die Botschaft schon in Flammen. Das Gebäude befindet sich weniger als einen Kilometer von Markos Wohnung entfernt. Wenn wir das Fenster öffnen, hören wir die Polizeisirenen. </p>
<p>Wir sitzen vor dem Fernseher, trinken Quittenschnaps aus Wassergläsern und essen süßen Mohnkuchen, den Markos Mutter gebacken hat, wenn die wüsste! Marko ist aufgewühlt, hat wässrige Augen. Sein Zustand schwankt zwischen Zorn, Angst, Resignation und Sarkasmus. &#8220;Das ist noch gar nichts.&#8221;, sagt er, während er Kuchen in seinen Mund stopft. &#8220;Jetzt kann die Polizei die Randalierer noch kontrollieren. Es sind nur ein paar hundert Hooligans. Aber nächste Woche, wenn die USA und die europäischen Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen, wird es viel größere Proteste geben. Dann werden hier Tausende auf die Strassen gehen und vor die Botschaften ziehen. Das kann die Polizei nicht mehr kontrollieren. Dann werden die Botschaften brennen. Und dann wird sich nichts ändern an unserer beschissenen Lage, dann wird Serbien nie zu Europa gehören.&#8221;</p>
<p>Geschrieben am 18.02.2008</p>
<p><b>Lesen Sie weitere Artikel von Bomec:</b> <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=178">Das Handke-Syndrom I</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=180">Das Handke-Syndrom II</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=197">Momentaufnahme</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=194</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Osijek VI</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=183</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=183#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 14:35:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Expats]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=183</guid>
		<description><![CDATA[Stimmen aus der Fremde – Expats berichten aus Südosteuropa &#160;&#160;Bettina Lehmann Foto: Iwo Zmyslony VI Wie ich die Sprache lern(t)e In Osijek höre ich ein Kroatisch, das mir als das langsamste und deutlichste des ganzen Landes angepriesen wird. Die Region sei im Grunde die geeignetste, um diese schöne, wenn auch – da seien wir ehrlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stimmen aus der Fremde –<br />
Expats berichten aus Südosteuropa</h3>
<p><small>&nbsp;&nbsp;Bettina Lehmann Foto: Iwo Zmyslony</small><br /><img class="alignleft" src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/06/bettinalehmann-iwozmyslony.jpg' alt='Bettina Lehmann - Foto: Iwo Zmyslony' />  <strong> </p>
<p>VI  Wie ich die Sprache lern(t)e</strong></p>
<p>In Osijek höre ich ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kroatische_Sprache">Kroatisch</a>, das mir als das langsamste und deutlichste des ganzen Landes angepriesen wird. Die Region sei im Grunde die geeignetste, um diese schöne, wenn auch – da seien wir ehrlich – sehr schwere Sprache zu erlernen. Allen, die es wagen wollen, allen, die sich von der äußerst sparsamen Verwendung von Vokalen nicht schrecken lassen, allen, die den Buchstaben R mögen, die Freude daran haben, ihn kehlig im Rachen zu rollen und bereit sind, ihn in seiner janusköpfigen Natur auch gelegentlich als Vokal anzuerkennen, sei der Nordosten der Republik ans Herz gelegt. Hier werde langsam gerollt, der Silbe der ihr gebührende Raum gegeben, die Melodie fein gesungen. Hier werde ein Satz, den zu sagen ein Istrier eine Sekunde benötigt und den ein Zagreber in immerhin zwei Sekunden ausspricht, auf großzügige drei bis vier gestreckt. Offenbar, so mein Schluss, findet auf dem Weg von der Küste zur serbischen Grenze eine Dehnung der Zeit statt. Man scherzt darüber im Rest des Landes, für einen Ausländer aber, der Kroatisch lernen möchte, ist es ideal. </p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/800px-bascanska_ploca.jpg' title='Tafel von Baška'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/800px-bascanska_ploca.jpg' alt='Tafel von Baška' /></a><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tafel_von_Ba%C5%A1ka">Tafel von Baška</a> (Baščanska ploča) &#8211; das älteste glagolitische Denkmal der kroatischen Sprache, um das Jahr 1100; Foto: Wikimedia</small></p>
<p><span id="more-183"></span></p>
<p>Kroatisch? Als Deutsche habe ich endlose Stunden damit zugebracht, mit Menschen aus verschiedenen Ecken Deutschlands bizarre regionale Bezeichnungen für etwa das abgenagte Kerngehäuse eines Apfels, das Endstück eines Brotlaibes oder eine Scheibe davon, oder – ein Klassiker – marmeladegefülltes Fettgebäck (Pfannkuchen? Krapfen? Berliner?) zu besprechen. Ganz zu schweigen von Dialekten, die nicht nur Regionen, sondern sogar benachbarte Dörfer einander schwer verständlich machen, und mit in Literatur, Film und Theater kaum übersetzbaren Attributen besetzt sind. Dem historischen Kleinstaatentum, das sich in den Dialekten der deutschen Sprache noch wiederspiegelt, mag in Kroatien die Nähe anderer Sprachen entsprechen. An der Küste sind Melodie und Wortschatz vom Italienischen geprägt, im  Norden mischt sich das Slowenische hinein. Aber da wird es schon schwierig. </p>
<p>Die Förderation Jugoslawien, der Staat, in dem Slowenen, Kroaten, Serben, Bosnier und Herzegowiner (muslimisch und christlich), Kosovaren, Montenegriner, Mazedonier und noch diese und jene Ethnie und Nationalität (man sehe mir bitte diese Abkürzung nach) zusammen lebten war ein Babel nach dem Turmbau, wenn auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Serbokroatische_Sprache#Nationale_Variet.C3.A4ten_des_Serbokroatischen_seit_1991">Serbokroatisch</a> die offizielle Staatssprache war. Der blutige Zerfall vor 18 Jahren hat in den Sprachpolitiken Ausdruck gefunden. </p>
<p>Ein mir geografisch nahes Beispiel ist die Unterscheidung zwischen Serbisch und Kroatisch. Wenn der Serbe Ko (Wer) fragt, fragt der Kroate Tko, wenn der eine Gde (Wo) fragt, fragt der andere Gdje, und streut überhaupt großzügig Jots in die Worte. (Hier in Osijek, vielleicht auch anderswo wird daraus im Übrigen Gdi, wobei die Frage &#8220;Gdi si?&#8221; einen Aufenthaltsort erfahren wollen kann – im Allgemeinen am Mobiltelefon: Wo bist du?, aber auch die Befindlichkeit oder Beschäftigung – Wie geht’s dir? Was machst du? Dann gern auch Di si?) Komplizierter noch ist es hier mit Was. Offiziell auf Kroatisch Što kommt es meist als (serbisches) Šta aus dem Mund. In Zagreb und Umgebung hingegen – wer weiß woher – fragt man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kajkavisch">Kaj</a>, womit sich der Zagreber als solcher offenbart und den üblichen Hauptstädter-Vorurteilen bloßstellt. </p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/croatian_dialects.PNG' title='Kroatische Dialekte'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/croatian_dialects.PNG' alt='Kroatische Dialekte' /></a><br />
<small>Kroatische Dialekte; Foto: Wikimedia</small></p>
<p>Nicht zu vergessen die Monatsnamen. Die in Serbien üblichen lateinischen Bezeichnungen haben in Kroatien augenscheinlich nie wirklich Fuß gefasst, stattdessen wird im Alltag mit Zahlen operiert. Ich schreibe dies im siebten Monat, bin im achten nach Osijek gekommen, mit dem ersten beginnt das Jahr und endet mit dem zwölften. Stets amüsant ist es, einem Kroaten beispielsweise auf Englisch ein Datum zu nennen, sagen wir im Mai. Er wird fast unweigerlich die Hand heben und die Monate an den Fingern abzählen, bis er beim fünften Monat angekommen ist. </p>
<p>Charmant ist der Kroaten Nachsicht, wenn ein Ausländer nach mehrmonatigem Aufenthalt noch immer nur stotternd ihre Sprache gebraucht, sie sind zumeist voll des Lobes dafür und betonen, wie im Grunde unerlernbar ihre Sprache sei. Sie ist es nicht, das sei versichert. Es braucht nur ein wenig Zeit und Mühe.</p>
<p><a href="http://kulturmanager.bosch-stiftung.de/content/language1/html/11515.asp">Bettina Lehmann</a></p>
<p><strong>Lesen Sie weiter: </strong><a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=141">Osijek I</a>, </strong><a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=145">Osijek II</a>, </strong><a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=158">Osijek III</a>, </strong><a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=169">Osijek IV</a>, <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=175">Osijek V</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=183</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bomec: Stigao sam!</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=180</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=180#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 12:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Expats]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=180</guid>
		<description><![CDATA[Stimmen aus der Fremde – Expats berichten aus Südosteuropa Das Handke Syndrom, Teil II Der erste Teil hier Mir ist diese Denkweise fremd, bin ich doch selbst als Deutscher, der lange nach Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg geboren wurde, daran gewöhnt, bei der Erwähnung von Holocaust und den Angriffskriegen, die von meinem Land ausgingen, sofort und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stimmen aus der Fremde –<br />
Expats berichten aus Südosteuropa</h3>
<p><strong> </p>
<p>Das Handke Syndrom, Teil II</strong></p>
<p><small><a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=178">Der erste Teil hier</a></small></p>
<p>Mir ist diese Denkweise fremd, bin ich doch selbst als Deutscher, der lange nach Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg geboren wurde, daran gewöhnt, bei der Erwähnung von Holocaust und den Angriffskriegen, die von meinem Land ausgingen, sofort und ohne jedes ’wenn’ und ‘aber’ den Kopf zu senken und ‘mea culpa’ zu sagen. Nie käme ich auf die Idee, bei einem Gespräch über die Naziverbrechen darauf hinzuweisen, welche Verbrechen der Roten Armee beispielsweise mein Vater auf seiner Flucht aus Ostpreußen mit erleben musste, oder wie viele Zivilisten bei der Bombardierung von Dresden sinnlos umgebracht wurden. In gewisser Weise ist die deutsche Nachkriegsgeneration in der komfortablen Situation, dass die Schuldfrage im Zweiten Weltkrieg klar ist: Die deutschen Nazis hatten Schuld, wir waren die Bösen. Punkt. Die Tatsache bringt andere Probleme mit sich, das Verdrängen, das Vergessen, aber irgendwie scheint es für die Deutschen deswegen einfacher, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen und nach vorne zu sehen. Auf dem Balkan, in Serbien, wo der Krieg erst wenige Jahre her ist, wo die Biographie jedes einzelnen von persönlichen Kriegserlebnissen geprägt ist, spricht man im Zusammenhang mit Kriegsschuld immer erstmal über die Verbrechen “der anderen”. Serbien gilt in Europa allgemein als Hauptagressor im Jugoslawienkrieg, aber dagegen wehrt sich jeder Serbe vehement. Ja, Serben haben Kriegsverbrechen begangen, aber Kroaten oder Bosniaken waren kein Stück besser. Zum Kotzen das.</p>
<p>“Was würdest du denn sagen, wenn dein Stadtteil Berlin Kreuzberg, wo beinahe mehr Türken als Deutsche leben, plötzlich wie der Kosovo seine Unabhängigkeit erklären würde?”, sagt mein Freund. “Wenn du plötzlich, wie es bei 200.000 Serben im Kosovo der Fall ist, in einem fremden Staat leben würdest? Wenn du auf dem Weg zum Supermarkt deinen Pass vorzeigen und eine Staatsgrenze passieren müsstest? Wenn du keinen freien Zugang mehr hättest zu den Kirchen deiner Gemeinde, zu den Geburtstädten deiner Kultur? Würdest du das akzeptieren?” </p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/david-kreuzberg.JPG' title='david-kreuzberg.JPG'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/david-kreuzberg.JPG' alt='david-kreuzberg.JPG' /></a><br />
<small>Berlin Kreuzberg; Foto: bomec</small></p>
<p><span id="more-180"></span></p>
<p>Ständig solche Fragen. Schwierig, darauf ehrlich zu antworten, sich in die Situation der Serben einzufühlen. Territoriale Besitzansprüche sind mir fremd. Wenn ich durch Kreuzberg laufe, denke ich ja nicht ständig, wenn ich einen türkischen Dönerladen sehe: “Das ist aber mein Land hier.“ Ich würde mich wohl ärgern, wenn ich donnerstags nicht mehr ohne weiteres ins “Möbel Olfe” gehen könnte auf ein Bier. Spontan würde ich sagen: “Lass die Türken doch ihren Staat in Kreuzberg machen, wenn sie glücklich sind damit. Ist mir doch egal.” Wenn es wirklich dazu käme, sähe meine Meinung wahrscheinlich ganz anders aus. “Du hast gut reden!”, regt sich mein Freund auf, “du hast auch einen deutschen Pass und warst noch niemals in der Situation, wegen deiner abgefuckten Staatsangehörigkeit irgendwo nicht rein gelassen zu werden.” Und so weiter, immer im Kreis.</p>
<p>Gestern gab es in Belgrad schwere Ausschreitungen, in der amerikanischen Botschaft wurde Feuer gelegt, die deutsche Botschaft wurde mit Steinen beworfen. Ich zögere, ob ich dieses Wochenende nach Belgrad fliegen sollte. Kann ich überhaupt einreisen? Werde ich Probleme haben, weil ich Deutscher bin? “Mach dir keine Sorgen.”, sagt ein serbischer Bekannter am Telefon, “alles ist wieder ruhig hier. Ich muss am Samstag zwar noch schnell eine Bombe in deine Botschaft werfen, aber danach können wir feiern gehen. Es gibt eine gute Party. Und wenn dich jemand fragt, dann sag einfach, dass du Spanier bist. Die haben den Kosovo nicht anerkannt und sind jetzt unsere besten Freunde. Du sprichst doch Spanisch, oder?”</p>
<p><a href='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/750px-kosovo_demo_21_feb_2008_belgrade_image_11.jpg' title='750px-kosovo_demo_21_feb_2008_belgrade_image_11.jpg'><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/750px-kosovo_demo_21_feb_2008_belgrade_image_11.jpg' alt='750px-kosovo_demo_21_feb_2008_belgrade_image_11.jpg' /></a><br />
<small>Eine Demo nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo; Foto: Wikimedia</small></p>
<p>Bei Spiegel online lese ich gerade, dass die Türkei heute eine Bodenoffensive gegen die PKK im Nordirak begonnen hat. Im Laufe des Tages werden sich also vor der Haustür in Kreuzberg wieder Türken und Kurden Straßenschlachten liefern, wie schon letzte Woche und vor einem Monat. </p>
<p>Ich werde heute Abend nach Belgrad fliegen. Und versuchen, ab sofort wieder über Politik Dinge zu schreiben, von denen ich was verstehe. Keine Politik. Sonst wird mir am Ende noch der Heine-Preis vorenthalten. </p>
<p>Geschrieben am 28.02.2008</p>
<p><strong>Lesen Sie weiter:</strong> <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=178">Das Handke-Syndrom, Teil I</a>, <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=194">Hotel Moskva</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=197">Momentaufnahme</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=180</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bomec: Stigao sam!</title>
		<link>http://borovac-knabe.de/blog/?p=178</link>
		<comments>http://borovac-knabe.de/blog/?p=178#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 18:44:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Knabe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Expats]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://borovac-knabe.de/blog/?p=178</guid>
		<description><![CDATA[Stimmen aus der Fremde – Expats berichten aus Südosteuropa Das Handke Syndrom, Teil I “Was, nach Serbien wollen sie? Freiwillig?”, fragt der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen Tegel kopfschüttelnd und schweigt fünf Minuten konsterniert. Dann sagt er: “Ich kann nicht verstehen, wie die Leute da noch hinfahren können. Nach allem, was dort vorgefallen ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stimmen aus der Fremde –<br />
Expats berichten aus Südosteuropa</h3>
<p><strong> </p>
<p>Das Handke Syndrom, Teil I</strong></p>
<p>“Was, nach Serbien wollen sie? Freiwillig?”, fragt der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen Tegel kopfschüttelnd und schweigt fünf Minuten konsterniert. Dann sagt er: “Ich kann nicht verstehen, wie die Leute da noch hinfahren können. Nach allem, was dort vorgefallen ist. Die ganzen Morde. Die ganzen Kriegsverbrechen, die dieses Land begangen hat. Und dann nach ein paar Jahren einfach wieder hinfahren als Tourist, als wäre nichts gewesen. Das kann man doch nicht machen.”</p>
<p><img src='http://borovac-knabe.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/kosovka_devojka.jpg' alt='kosovka_devojka.jpg' /><br />
<small> Uroš Predić: Kosovka devojka (Das Mädchen vom Amselfelde)</small></p>
<p><span id="more-178"></span></p>
<p>“Warum regst du dich eigentlich so auf über die Unabhängigkeit des Kosovo?”, fragt meine Schwester nach zweistündiger Diskussion am Telefon. “Merkst Du eigentlich, wie du dich da reinsteigerst? In einem fort verteidigst du Serbien. Nur weil du mit einem Serben zusammen bist, musst du doch noch lange nicht zum serbischen Nationalisten werden. Ständig sprichst davon, wie schwer es dir fällt, dir eine Meinung zu bilden. Wer zwingt dich denn dazu, dir eine Meinung bilden? Wieso musst du unbedingt Stellung beziehen? Warum genügt es dir nicht, einfach nur möglichst genau zu beobachten, was du siehst, ohne es zu bewerten? Leidest du unter dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Handke#Serbien-Kontroverse">Peter-Handke-Syndrom</a>, oder was? Du solltest mal zur Abwechslung ins Kosovo reisen und mit einigen Albanern sprechen. Oder nach Bosnien. Vielleicht würde das deine Sicht der Dinge etwas zurecht rücken!”</p>
<p>Meine Schwester hat irgendwie recht. Bevor ich meinen Freund kennen lernte, war der Balkan für mich ein weißer Fleck auf der Landkarte, über die Ereignisse während der Balkankriege ich allenfalls rudimentäre Kenntnisse. Mit der neuen Beziehung und den regelmäßigen Besuche in Serbien ging ein steigendes Interesse an der Geschichte und an den politischen Geschehnissen des Balkans einher. Auf einmal nehme ich Unterricht in der serbischen Sprache, lese Sachbücher und Romane zum Thema, durchsuche Zeitungen und Internet nach Informationen, nach Fakten, nach Meinungen, um den Krieg, die Menschen, die ich in Serbien kennen lerne, und nicht zuletzt meinen Freund, seine Vergangenheit und seine politische Einstellung zu verstehen. Aber je mehr ich erfahre über diesen Krieg, je mehr Geschichten ich höre, desto verwirrender und undurchsichtiger wird das Gesamtbild. </p>
<p>Plötzlich stecke ich viel mehr in dem Thema drin, als mir lieb ist. Ertappe mich dabei, wie ich Artikel aus deutschen Zeitungen ausschneide, in denen EU- und USA kritische Positionen bezüglich der Unabhängigkeit des Kosovo eingenommen werden. Diskutiere ständig mit Freunden, Geschwistern und Taxifahrern über die Jugoslawienkriege, über Schuldfragen, über Ursache und Wirkung von Ereignissen einer Vergangenheit, die gar nicht meine ist, aber die in Serbien so omnipräsent ist, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Ich erzähle meiner Schwester von meinen Reisen, und finde mich auf einmal wieder in der Position desjenigen, der sich aufgrund persönlicher Erfahrungen dazu verpflichtet fühlt, das Land Serbien, seine Bewohner, vor allem aber meinen serbischen Freund gegen ein so gefühltes, allgemein negatives Vorurteil zu verteidigen. Der kollektive serbische Komplex, dass sich die ganze Welt Serbien gegenüber voreingenommen und ungerecht verhält, ist auf mich übergeschwappt. Jetzt hält die Politik bereits in meinem Blog Einzug. Insofern liegt meine Schwester mit ihrem Handke-Vergleich gar nicht so falsch. </p>
<p>In Belgrad habe ich zumeist mit jungen, englischsprachigen Serben zu tun, mit Akademikern, die wohl nicht unbedingt repräsentativ für die serbische Durchschnittsbevölkerung sind. Ich mache sehr viele positive Erfahrungen, lerne geistreiche Leute kennen, habe einige Freundschaften geschlossen, aber vieles, das ich erlebe, befremdet mich. Nationalität ist in Serbien ein wichtiges Kriterium. Die Politik nimmt in den alltäglichen Gesprächen eine zentrale Rolle ein, der Krieg ist acht Jahre nach seinem Ende gegenwärtig, nicht nur durch die zerschossenen Gebäude in der Innenstadt, sondern in den Köpfen. Auch die modernen Serben sind innerlich zerrissen: Sie fühlen sich einerseits zu Europa zugehörig und wünschen, dass ihr Land so schnell wie möglich der EU beitritt. Sie sind gebildet und liberal, gleichzeitig aber sehr patriotisch und stolz; sie fühlen sich von Europa und den NATO-Mächten im Vergleich zu Kroatien und Bosnien gegängelt, benachteiligt und unterdrückt. Als gestern die amerikanische Botschaft in Belgrad brannte und ich deswegen mit meinem Freund telefonierte, sagte der: “I don’t give a shit.” Es folgte eine lange, aufgebrachte Diskussion am Telefon. Über Politik. Über Schuld. </p>
<p>Zwar distanzieren sich die jungen Serben, die ich kennen gelernt habe, von den Massakern und ethnischen Säuberungen, die von serbischer Seite während der Kriege begangen wurden. Aber immer wird in diesem Zusammenhang sofort auch auf die Kriegsverbrechen, Morde, Vertreibungen der anderen Seiten, an das Leid der serbischen Bevölkerung hingewiesen. Nie hört man ein klares “Ja!”, sondern immer ein “Ja, aber…”. Man spürt wenn auch keine Zustimmung, so doch ein gewisses Verständnis dafür, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ratko_Mladi%C4%87">Mladić</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radovan_Karad%C5%BEi%C4%87">Karadžić</a> möglicherweise von Teilen der serbischen Bevölkerung versteckt werden. Für manchen Serben, dessen Familie im Krieg vertrieben oder ermordet wurde, gelten die Gesuchten bis heute als Befreier und als Helden. Und das ist auch in <a href="http://www.zeit.de/online/2005/50/gotovina">Kroatien</a> oder Bosnien nicht anders.</p>
<p>Geschrieben am 28.02.2008</p>
<p></break><br />
<strong>Lesen Sie weiter:</strong> <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=180">Das Handke-Syndrom, Teil II</a>, <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=194">Hotel Moskva</a>; <a href="http://borovac-knabe.de/blog/?p=197">Momentaufnahme</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://borovac-knabe.de/blog/?feed=rss2&amp;p=178</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
