Osijek V

4. November 2009

Stimmen aus der Fremde –
Expats berichten aus Südosteuropa

  Bettina Lehmann Foto: Iwo Zmyslony
Bettina Lehmann - Foto: Iwo Zmyslony

V Ante Starčević: Landesvater auf dem Sockel

In Osijek sah ich auf dem Hauptplatz eine massige Skulptur, die einen massigen Menschen darstellt, nach dem der Platz benannt ist. Ante Starčević. Meine kunsthistorische Ausbildung beiseite lassend stimme ich heimlich den hämischen Bemerkungen von Bewohnern und Gästen der Stadt zu. Von anderen als einer frontalen Ansicht scheint es, dass der massige Mann von seinem Sockel heraburiniert. Auch ohne kunsthistorische Ausbildung, und nun die Häme beiseite lassend, ist deutlich, dass der massige, natürlich nur scheinbar urinierende Mann politisch gemeint ist.

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Ante Starčević auf dem nach ihm benannten Platz; Foto: Samir Kurtagić

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Berlin: Neuer Kurs – Serbisch lernen für Anfänger

20. Oktober 2009

Nach längerer Pause und unserem Umzug in neue Räume bieten wir ab November wieder Gruppensprachkurse an. Ab dem 17. November können Sie bei uns einen Serbischkurs für Anfänger besuchen. Innerhalb von 3 Monaten lernen Sie in einer Gruppe mit 3 bis 7 weiteren Teilnehmern Grundkenntnisse der serbischen Sprache. Unser versierter Serbisch-Sprachlehrer ist Muttersprachler und hilft Ihnen über die ersten Schwierigkeiten hinweg. Zu Hause können Sie selbständig den erlernten Stoff vertiefen und ergänzen. Wir treffen uns jeden Dienstag für jeweils 90 Minuten.
 
 
Details und Anmeldung zum Serbisch-Sprachkurs hier.

“…ein professionelles Sprachtraining in Serbisch bei dem es einiges zu Lachen gab und das mittlerweile seine Praxistauglichkeit beweisen konnte…” Wir freuen uns auf Sie!

Slogan

Osijek IV

3. September 2009

Stimmen aus der Fremde –
Expats berichten aus Südosteuropa

  Bettina Lehmann Foto: Iwo Zmyslony
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IV. Marktgeschichten

In Osijek sehe, höre und rieche ich den Markt. Es gibt prächtigere Märkte an anderen Orten, größere, lautere, buntere, intensivere, doch ist dieser mir lieb.

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Am Anfang war das Urslawische

31. Juli 2009

Ein kleiner Ausflug in die (süd)slawische Sprachgeschichte

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Quelle: Wikimedia

Aus dem Kontinuum der noch einheitlichen indogermanischen Ursprache (Indoeuropäisch, Proto-Indogermanisch) entwickelte sich das Baltische, Germanische und Slawische gemeinsam oder in enger Nähe. Für diese frühe Periode des 3. oder frühen 2. Jahrtausends vor Christus ist es noch nicht sinnvoll, von Baltisch, Germanisch oder Slawisch zu sprechen. Vielmehr handelte sich um indogermanische Dialekte, aus denen sich später die baltischen, germanischen und slawischen Sprachen entwickelten.
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Monatsnamen: Juli – Srpanj

28. Juli 2009

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Foto: Samir Kurtagić

Der siebte Monat wurde in kroatischer Sprache nach srp, der Sichel benannt. Die Monatsnamen im Kroatischen, wie auch im Altserbischen, sind mit für die Jahreszeit typischen Tätigkeiten im Feld verbunden, ähnlich wie die alten deutschen Monatsnamen. Daher erinnert der Name an die Erntezeit – früher wurde Getreide mit einer Sichel gemäht.
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Entwicklungshilfe vom Balkan

27. Juli 2009

Dezember 2008, wir stehen in einem kleinen Tourismusbüro in Südserbien. Was wir denn beruflich machen, werden wir gefragt. Ich sei Pädagogin, meinte ich kurz. „A-ha“, erwiderte der Herr auf der anderen Seite, „Was können wir denn von ihnen lernen?“ „Von mir?“, fragte ich erstaunt, „Nein, ich bin gekommen um von euch zu lernen.“

Auf seine Frage, was es denn hier zu lernen gäbe, in den serbischen Bergen, kam eine für ihn überraschende kurze Antwort: „Ich suche die Klagefrauen! Von den Klagefrauen gibt es viel zu lernen … ich hörte, dass ich ihnen hier noch begegnen könnte.“ Das war alles ungewöhnlich genug und der Herr runzelte die Stirn.

Uns in Deutschland fehlen sie: sowohl die Fähigkeit Schmerz auszudrücken als auch das Wissen darüber, wie man trotz einschneidender Veränderungen und Schicksalsschläge im Leben bleibt, und in der Gemeinschaft. Nur in entlegenen Winkeln Europas, in Bergdörfern Serbiens, an der Küste Kroatiens und in abgelegenen Dörfern Montenegros kann man die alten Klagefrauen noch finden. Einst wurden sie bewundert für ihre außerordentliche Fähigkeit mit-zu-fühlen und Schmerz und Trauer in Poesie und Melodie zu kleiden.

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Klagefrauen Keramikeios, Athen
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Osijek III

24. Juli 2009

Stimmen aus der Fremde –
Expats berichten aus Südosteuropa

  Bettina Lehmann Foto: Iwo Zmyslony
Bettina Lehmann - Foto: Iwo Zmyslony

III. Was ich in Osijek sah und hörte

In Osijek sah ich, dass die Drau nicht schön ist, aber schnell und stark, schmal dennoch für einen Fluss, der seit seinem Ursprung irgendwo in Italien das ganze Land durchmessen hat und sich bald bald mit der großen Donau vereinen wird. Es liegen im Winterhafen, freundlich auch Yacht-Hafen genannt, Bötchen und Boote, es verleiht wohl einen Hauch Meditérranée hier so fern von der Küste, ein Boot oder Bötchen zu besitzen und damit die Drau auf und ab zu fahren. Das ist gut, weil es Wellen macht, die erst das Wassergeräusch geben, das ein Stadt-mit-Fluss-Gefühl vervollkommnet. Es schwimmt den Kapitänen kein Hindernis im Wege, will heißen, keine Frachtschiffe, keine Ausflugsschiffe, keine Tanker, nur hie und da ein Freizeit-Kollege, hie und da ein waghalsiger Schwimmer.

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Viele parallel in Einem – Identitäten in Slawonien

27. Juni 2009

Stimmen aus der Fremde –
Expats berichten aus Südosteuropa

Osijek, Slawonien, JugendstilfassadeSlawonien gehörte einst zu den südlichen Ausläufern der kaiserlich und königlichen Doppelmonarchie. Wie im jugoslawischen Staat, bot Slawonien Menschen vielerlei Herkunft ein zu Hause: hier lebten Kroaten, Serben, Bosnier, Ungarn, Albaner, Ukrainer, Deutsche, Rumänen, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Ruthenen, Roma und Andere. In Folge der vielen Kriege hat sich dies geändert – die Zahlen einzelner Minderheiten bewegen sich heute im Promillebereich. Den ganzen Beitrag lesen »

Osijek II

9. Juni 2009

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Expats berichten aus Südosteuropa

  Bettina Lehmann
  Foto: Iwo Zmyslony
Bettina Lehmann - Foto: Iwo Zmyslony

II. Die sommerliche Gemächlichkeit der Osijeker dauert bis zum Abend, bis die Mücken kommen.

Lektion zwei: immer eine Flasche gutes Anti-Moskito-Spray bei sich tragen.

Ein kroatischer Witz über die Stadt, den ich später oft hörte, besagt:
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Osijek I

9. Juni 2009

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Expats berichten aus Südosteuropa

  Bettina Lehmann
  Foto: Iwo Zmyslony
Bettina Lehmann
I. Ein Ausländer in Osijek – zumal einer der angibt, zwei Jahre bleiben zu wollen – trifft auf Unverständnis, wenn auch der wohlwollendsten Art: Was, zwei Jahre?? In Osijek??? Wirklich, nur in Osijek?? Warum?? Den ganzen Beitrag lesen »